Die Deutsch LKs zwischen Humanität und Unmenschlichkeit
Am 19.08.2026 führte die Neugier 49 Schüler und vier Lehrkräfte des Eleonoren-Gymnasiums für drei spannende Tage nach Weimar, eine Stadt mit einer sehr gegensätzlichen Geschichte.
Nachdem die drei Deutsch-Leistungskurse der zwölften Klassen mit ihren jeweiligen Lehrern Frau Pelmter, Herr Dietz, Frau Schott und dem ebenfalls historisch interessierten Herr Speith, von dem stimmlich angeschlagenen Busfahrer Victor (er war kurz davor auf Mallorca im Urlaub) sicher an ihr Ziel gebracht wurden, begaben sie sich auch schon geradewegs in die Innenstadt, denn dort gab es etwas zu entdecken, worauf sich alle nach der langen Fahrt freuten: Die wirklich vielfältige Kulinarik von Weimar.
Schon auf dem Weg in das Stadtzentrum zeigte Weimar seinen Zwiespalt, denn während man in der Innenstadt von aufwendig dekorierten Altbauten umgeben war, erwies sich die Architektur in der Region darum herum als eher schlicht und von Werbeplakaten und Baustellen geprägt. Mit frischer Energie ging es nach der kurzen Pause weiter zum idyllischen und von Goethe geprägten Park an der Ilm, in dem bereits drei Tourguides (für jeden LK einen) warteten, um die Verbindung zwischen dem Dichter, dem Park und der damaligen Herzogsfamilie zu erläutern. Nach dieser informativen Tour, stürzten sich alle wieder auf die Restaurants der Stadt, womit der erste Tag zwar mit müden, aber gesättigten Schülern zu Ende ging.
Der zweite Tag begann mit einer Besichtigung der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald, deren einstige Ideologie in einem extremen Kontrast zu der am Vortag erkundeten humanitäre Denkweise der Weimarer Klassik stand. Hier wurden der Gruppe die Gräueltaten und die Unmenschlichkeit des Nationalsozialismus sowohl anhand der Gedenkstätte selbst, als auch an einem ausschließlich dort vorhandenen Dokumentationsfilm, präsentiert, was für alle ein sehr prägendes Erlebnis darstellte, das zum Nachdenken anregte.
Die Schüler waren nicht unvorbereitet nach Weimar gereist: So präsentierte ein Teil des Kurses von Frau Schott neben Szenischen-Darstellungen zu den mit Goethe verbundenen Personen Anna Amalia, Charlotte Stein und Charlotte Buff, ein sehr interessantes Referat zu der Geschichte von Buchenwald, direkt vor der Gedenkstätte. Aber auch die anderen Gruppen waren fleißig gewesen: Die Schüler von Frau Pelmter hatte sich zum Ziel gesetzt Reise-Journals mit Eindrücken, Informationen und Bilder über Weimar zu erstellen, während der Kurs von Herr Dietz imposante Flashmobs zu den Gedichten „Der Handschuh“ von Schiller und „Prometheus“ von Goethe vorbereitet hatte, für deren Aufführung sich Herr Dietz in der Rolle des Zeus auch gerne mehrfach öffentlich von seinen Schülern lauthals anschreien ließ.
Nach Buchenwald beschäftigte sich die Gruppe erneut mit der Weimarer Klassik, mit einem besonderen Augenmerk auf Johann Wolfgang von Goethe. Hierbei bot nicht nur die Führung durch das Goethe Museum, sondern auch die selbstständige Erkundung des Wohnhauses, bei der es eine digitale Tour durch den großen und aufwendig verzierten Bau gab, in dem Teile von Goethes Eigentum ausgestellt waren, neue Informationen zum Leben des Dichters. Da man sich jedoch zwischen einer Erwachsenen und Kinder Version der digitalen Führung entscheiden konnte, besichtigten am Ende alle Zwölftklässler (und auch Lehrkräfte) das Haus mit Goethes digitalen, kleinen Sohn August und seinem schrill wiehernden Zauberpferdchen. 
Am letzten Tag durfte sich die Gruppe vor der Abreise noch in die wunderschöne Bibliothek von Anna Amalia begeben, die allen mit ihrem unvergesslich schönen Rokokosaal den Atem raubte. So endete die Reise für die drei Kurse und zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Exkursion nach Weimar für alle Teilnehmer mehr als bereichernd war und ihnen sowohl die von Goethe und Schiller ins Leben gerufene Epoche der Weimarer Klassik, als auch den dort bestehenden Hintergrund zum Nationalsozialismus auf eine einzigartige Weise nähergebracht hatte.
Anna Reiser (MSS 12)