Eleonoren-Gymnasium
Worms
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Die Sommerkonzerte 2026: Musikalisches Kopfkino

Zuletzt konnten sie wieder in Cannes bewundert werden: Auf einem der bedeutendsten internationalen Filmfestivals hatten rote Teppiche auch in diesem Jahr Hochkonjunktur; wo sie ausgerollt werden, sind Größen der Filmbranche nicht weit. Ob einer seinen Weg aus Frankreich nach Deutschland gefunden hat, ist nicht bekannt; Fakt ist jedoch, dass ein roter Teppich am 10. und 11. Juni 2026 keinen Zweifel daran aufkommen ließ, dass in der Aula des Eleonoren-Gymnasiums alle Zuschauerinnen und Zuschauer etwas Außergewöhnliches erwarten sollte.

Pünktlich um 19:00 Uhr entführten knapp 100 Musizierende alle Anwesenden in die Welt eines echten Disney-Klassikers („Der König der Löwen“) und setzten somit im wahrsten Sinne des Wortes den Ton des Abends. Durch diesen führten (wie schon 2025) die beiden Moderatorinnen Sofia Patti und Vicky Schmitt (MSS 12), die die Übergänge zwischen den einzelnen Beiträgen erneut informativ sowie humorvoll gestalteten, sodass es nie zu Längen kam.

Nach diesem „Überraschungs-Opening“, das im Programmheft bewusst nicht vermerkt worden war, folgte das erste Highlight: Die Gesangsklassen 5c und 6c sorgten mit ihrer Version von „So viel schöner“ von der ersten Sekunde an für Gänsehaut und lieferten direkt den eindrucksvollen Beleg dafür, warum sie sowie die Klassen 6b und 6d das Elo bei dem mehr als eine Arena in diesem Jahr füllenden jungen Chorprojekt „6K UNITED!“ in Mannheim vertreten haben.

Dass eine erfolgreiche Jugendbuchreihe irgendwann verfilmt wird, sollte niemanden mehr überraschen. Wenn auf der großen Leinwand dann allerdings nicht nur vertraute Charaktere zu sehen sind, sondern deren Abenteuer auch noch durch eingängige Songs untermalt werden, entsteht etwas, das über die reine Übertragung einer Geschichte in ein anderes Medium hinausgeht: ein Gefühl, das Erinnerungen davor bewahrt, zu verblassen. Daher kommt es nicht von ungefähr, dass nicht nur die Gesangsklassen, sondern auch der Unterstufenchor „mELOdie“ „Die Schule der magischen Tiere“ musikalisch gefeiert haben, bevor die Stunde der Disney-Fanlieblinge „Rapunzel – Neu verföhnt“ sowie „Encanto“ schlug.

Einmal mehr war es die Schulband „rELOaded“, die zeigte, wie vielfältig Musik von jungen Menschen für alle sein kann und wie schnell bestimmte Songs für einen bestimmten Zeitraum die bislang vorherrschende Atmosphäre verändern können – exemplarisch sei hier Linkin Parks „What I’ve Done“ genannt, das offenkundig nicht wenige in ihre Jugend zurückversetzte und zum Mitsingen animierte; die sich daran anschließende Pause ermöglichte es allen Anwesenden, etwas zu trinken bzw. sich zu stärken und auf diese Weise der Abikasse der MSS 12, die sich um das Catering kümmerte, etwas Gutes zu tun.

Nachdem alle wieder Platz genommen hatten, übernahmen die „EloSymphonics“ den Staffelstab. Nun war es an dem schuleigenen Orchester dem Publikum ein weiteres Mal zu beweisen, warum im Zusammenhang mit bewegten Bildern, die bereits mehrere Generationen geprägt haben und noch zahlreiche in Zukunft prägen dürften, nach wie vor von einem einzigartigen Zauber gesprochen wird, der diese umweht. Die aus bedeutenden Disney-Meisterwerken bekannten Melodien berühren, motivieren und machen glücklich – wieder und wieder. Dass in „Skyfall“ ein Titelsong der letzten James-Bond-Ära  von ganz jungen und (etwas) erfahreneren Instrumentalistinnen und Instrumentalisten direkt im Anschluss präsentiert wurde, war in gewisser Weise schlicht folgerichtig, weil der legendäre Doppelnullagent einen ähnlichen Kultstatus genießt wie eine gewisse Maus.

Diese hat sich höchstwahrscheinlich ebenfalls darüber gefreut, dass der Mittel- und Oberstufenchor „TonArt“ Lieder aus „Die Eiskönigin“ sowie „Tarzan“ einstudiert hatte; aber auch Musicalfans dürften auf ihre Kosten gekommen sein, da Hits aus „The Rocky Horror Picture Show“ und „Greatest Showman“ ebenfalls von den Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern performt wurden, bevor die  „ELO All Stars“ einen der berühmtesten Ohrwürmer überhaupt zum Besten gaben: Die Interpretation von „The Bare Necessities“ bzw. „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ bildete den krönenden Abschluss eines Konzerts voller Höhepunkte und spürbarer Begeisterung.

Wenn Jung und Alt gleichermaßen nach ca. zwei Stunden eine gewisse Leichtigkeit verspüren und sich sogar eine Zugabe wünschen, sagt das viel darüber aus, wie intensiv sich die Schülerinnen und Schüler auf diese kulturellen Events vorbereitet haben, und deshalb kann man der Fachschaft Musik (bestehend aus Frau Sturm, Frau Schröder, Frau Rudek, Frau Freyberg und Herrn Marzinzik) gar nicht genug dafür danken, dass sie alljährlich die Voraussetzungen dafür schafft, dass solche Nächte am Elo möglich werden, die eigentlich mehr als einen roten Teppich verdienen.

  1. Kaiser