„EESTH – Empowering European Students Through Handball“
Im September 2024 war es soweit: Die Spanierinnen reisten nach Worms in Deutschland, wo sie von ihren Austauschpartnerinnen und deren Familien empfangen wurden.
Das Motto dieses Austauschprogramms lautete: „Empowering European Students Through Handball: a sport of life and for life“. Ziemlich schnell wurde sichtbar, dass trotz verschiedener Sprachen, Gewohnheiten und Kulturen der gemeinsame Sport alle verband.
In Deutschland wurden viele gemeinsame – vor allem sportliche – Aktivitäten unternommen, die dabei halfen, sich besser kennenzulernen und zusammenzuwachsen. In der Pfrimmparkarena wurden andere Sportarten ausprobiert, wie Beachvolleyball und Paddletennis. Ein weiterer Programmpunkt war Fußballgolf, das allerdings leider aufgrund von typisch deutschem Regenwetter abgebrochen werden musste.
An einem gemeinsamen Nachmittag wurden Banner gestaltet, auf denen sich jede*r verewigen konnte. Das eine Banner wurde nach Spanien mitgenommen, das andere hängt nun in Worms.
Neben den Aktivitäten gehörte natürlich auch der Schulalltag dazu. Die Schulbesuche waren darauf ausgerichtet, den Gästen das deutsche Schulleben und auch das Gelände zu zeigen. Im Unterricht wurden Präsentationen über die jeweiligen Handballvereine gehalten, was den Deutschen bereits einen kleinen Eindruck von der kommenden Reise nach Spanien vermittelte.
Mit der Nibelungenbahn lernten die Spanierinnen die Domstadt Worms kennen und erfuhren historische und kulturelle Hintergründe.
Beim gemeinsamen Training, das ebenfalls zum Alltag gehörte, konnte jede zeigen, was sie konnte. Das war auch der Moment, in dem die anfängliche Schüchternheit abgelegt wurde. Handball ist schließlich überall auf der Welt Handball.
Praktischerweise fiel der Austausch auf ein Spielwochenende. Beide Mannschaften der Deutschen hatten an diesem Tag Heimspiele, bei denen die Spanierinnen von der Tribüne aus eifrig anfeuerten und unterstützten – was den Teams letztendlich auch zum Sieg verhalf.
Am letzten Abend besuchten wir das Spiel der Männermannschaft der Eulen Ludwigshafen. Das Zuschauen bei einem Profispiel machte allen viel Spaß und inspirierte die Spielerinnen.
Die Mädels ließen den Abend gemeinsam ausklingen und übernachteten in unserer Sporthalle. Der letzte Abend wurde gebührend gefeiert, und am nächsten Morgen frühstückten alle zusammen.
Dann war es auch schon Zeit, Abschied zu nehmen – fürs Erste.
Im Mai 2025 kam dann das langersehnte Wiedersehen, und das deutsche Team reiste nach Spanien. Die Austauschpartnerinnen und ihre Familien warteten am Flughafen von Valencia und nahmen die Mädels in Empfang. Danach ging es nach Alcalà de Xivert, wo die Mädchen die nächste Woche wohnen würden.
Am Abend war ein gemeinsames Essen mit den Familien vorgesehen, bei dem die Familien die Möglichkeit hatten, die Deutschen besser kennenzulernen. Danach gingen die Spielerinnen zu ihren Partnerinnen nach Hause und ruhten sich nach dem langen Tag aus.
In der Schule wurden verschiedene Aktivitäten durchgeführt. Es gab Vorträge und Workshops rund um die Themen Nachhaltigkeit, Gesundheit und Ernährung, an denen mehrere Austauschprogramme teilnahmen. Außerdem lernten die Deutschen typisch spanische Spiele kennen – darunter Ballspiele, aber auch ganz verschiedene andere Sportarten. Besonders interessant war das Erlernen eines traditionellen spanischen Tanzes, den die Mädchen an einem gemeinsamen Abend auch aufführten.
Auch draußen wurden viele sportliche Aktivitäten unternommen. Unter anderem machte die Gruppe eine Fahrradtour am Meer entlang, die schließlich an einem Leuchtturm endete.
An einem anderen Tag ging es hoch hinaus: Die Mädels wanderten auf einen Berg zu einer Kirche, von der aus man eine tolle Aussicht auf das Meer und die Landschaft hatte. Passend zum Thema Nachhaltigkeit wanderten die Spielerinnen auch auf einen anderen Berg, um dort Müll zu sammeln und so einen Beitrag zur Reinigung der Landschaft zu leisten.
Das gemeinsame Training verlief ähnlich wie in Deutschland. Die Begeisterung für den Sport verband die beiden Teams miteinander und schweißte sie noch enger zusammen. Das war auch bei einem Spiel auf dem Schulhof spürbar, bei dem ein Großteil der Schule zusah und tatkräftig anfeuerte. Beim Beachhandballturnier wurde – auch auf ungewohntem Boden – alles gegeben; sogar die Lehrer*innen gaben ihr Bestes.
Um die Stadt besser kennenzulernen, unternahm die Gruppe nicht nur die Fahrradtour, sondern besuchte auch das Stadtzentrum und das Kulturhaus, wo der Bürgermeister die Gäste willkommen hieß.
Die Handballerinnen machten zudem einen Tagesausflug nach Valencia, etwa anderthalb Stunden von Alcalà de Xivert entfernt. Neben einem gemeinsamen Sightseeing-Programm hatten die Mädchen dort die Gelegenheit, die Stadt in ihrer Freizeit selbstständig zu erkunden. Viele nutzten diese Möglichkeit, um die besten Läden ausfindig zu machen.
Für die Gäste wurde eine abschließende Veranstaltung geplant, bei der den Teilnehmerinnen das Erasmus-Zertifikat überreicht wurde und bei traditioneller Musik gefeiert wurde.
Der letzte Abend hatte kein festgelegtes Programm. Dennoch traf sich die Gruppe, um die gemeinsame Zeit ausklingen zu lassen.
Am nächsten Tag war es Zeit, Abschied zu nehmen. Die deutschen Mädels wurden von ihren Austauschpartnerinnen und deren Familien zum Flughafen gebracht, und unter Tränen verabschiedeten sich die Handballerinnen voneinander.