Night of Science
…es wird spät (oder früh?)
Am 12. Juni 2026 war es wieder so weit: Die Night of Science an der Goethe-Universität Frankfurt. Von 17 Uhr am Nachmittag bis 5 Uhr morgens konnte man den gesamten Campus erkunden, Vorträge besuchen, Experimente ausprobieren und einen Einblick in die unterschiedlichsten Wissenschaftsbereiche bekommen.
Für mich war es bereits das zweite Mal, dass ich an der Night of Science teilgenommen habe. Schon im letzten Jahr war ich dabei und damals so begeistert, dass für mich feststand: ich möchte unbedingt noch einmal mitfahren.
Gemeinsam mit Herrn Seif, Herrn Platzer und Herrn Herbold fuhren wir vom Wormser Hbf aus an den Uni Campus. Dort angekommen konnten wir uns frei bewegen und nach Lust und persönlichem Interesse entscheiden wo wir als nächstes hingehen.
Vor Ort trafen wir auf eine bunte Masse an Interessierten. Familien mit kleinen Kindern, Jugendliche, Studierende und ältere Besucher – die Night of Science bringt die unterschiedlichsten Menschen zusammen.
Auf dem gesamten Campus fanden in allen Uni-Gebäuden die ganze Nacht über Vorträge aus den verschiedensten Fachbereichen statt. Vor allem die Naturwissenschaften waren stark vertreten. Es gab Vorträge über Chemie, Physik, Mathematik und Biologie, aber auch Medizin, Informatik, Wirtschaft und Psychologie kamen nicht zu kurz.
Einer der ersten Vorträge, die ich besucht habe, beschäftigte sich mit Psychologie und Medizin. Dabei ging es um die Frage, warum Menschen sich ständig Ausreden einfallen lassen und wie Entscheidungen überhaupt in unserem Gehirn entstehen. Der Vortrag war sehr spannend, weil man plötzlich viele eigene Verhaltensweisen wiedererkannte. Man bekam einen Einblick ins menschliche Gehirn, was dort eigentlich konkret passiert, während wir eine Entscheidung treffen.
Danach ging es weiter zu einem Informatikvortrag mit dem nicht grade unauffälligen Titel „Sex, Drugs and Creativity“. Allein der Name machte natürlich neugierig und sorgte dafür, dass der Hörsaal gut gefüllt war. Hinter dem provokanten Titel versteckte sich jedoch ein sehr interessanter Vortrag über Evolution und die ursprüngliche Kreativität des Menschen. Es wurde erklärt, wie sich bestimmte Fähigkeiten im Laufe der Entwicklung des Menschen herausgebildet haben und warum Kreativität in vielen Situationen ein entscheidender Vorteil sein kann. Der Vortrag war informativ, aber gleichzeitig auch wieder sehr unterhaltsam gestaltet.
In Erinnerung geblieben ist mir außerdem der Vortrag „Übersinnliches aus dem Pflanzenreich“, denn, wie? Meine Zimmerpflanzen sprechen miteinander?? Naja, vielleicht etwas überspitzt, aber Pflanzen sind wirklich in der Lage über verschiedene Arten miteinander zu kommunizieren. Dargelegt wurden die neusten Forschungsergebnisse mit vielen Beispielen.
Ein weiteres Thema, das mich sehr beeindruckt hat, war ein Vortrag über Parkinson. Dort stellten Studenten eine mögliche Idee für eine zukünftige Therapie vor. Besonders spannend fand ich dabei, dass man einen Einblick in ihre eigene Forschung bekam und sehen konnte, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Lösungen für Krankheiten arbeiten, die viele Menschen betreffen.
Überraschend interessant war auch ein BWL-Vortrag über die Verbindung zwischen dem Spiel League of Legends und Management. Zunächst konnte ich mir darunter überhaupt nichts vorstellen. Doch im Laufe des Vortrags wurde deutlich, wie viel Teamarbeit, Strategie, Kommunikation und Führung in solchen Spielen steckt und dass sich daraus tatsächlich einige Prinzipien für die Wirtschaft ableiten lassen.
Neben den Vorträgen gab es auf dem gesamten Campus unzählige Stände, an denen man selbst aktiv werden konnte. Überall wurde experimentiert, gebastelt, ausprobiert und erklärt. Genau diese Mischung aus Zuhören und Mitmachen hat mir besonders gut gefallen. An vielen Ständen standen Studierende und Forschende, die mit großer Begeisterung von ihren Projekten erzählten und jede Frage beantworteten.
Natürlich durfte bei einer Veranstaltung, die die ganze Nacht dauert, auch das Essen nicht fehlen. Zum Glück war für die Verpflegung mehr als ausreichend gesorgt. Es gab einen großen Grillstand, verschiedene Getränkestände und zahlreiche weitere Angebote mit Snacks. Niemand musste also befürchten, hungrig durch die Nacht zu gehen.
Mein persönliches Highlight war jedoch die Vorführung der Feuerwehr. Sie gestalteten eine Show aus mehreren kleinen Feuern, aber vor allem die Fettexplosion werde ich so schnell nicht vergessen. Innerhalb von Sekunden schoss eine riesige Flamme in die Höhe und sorgte bei allen Zuschauern für staunende Gesichter. Was lernen wir daraus? Löscht einen Fettbrand nie mit Wasser! Das nur am Rande..
Nicht zu vernachlässigen ist natürlich der Merch der Night of Science. Wie schon im letzten Jahr gab es wieder T-Shirts, Jutebeutel und insbesondere die offizielle Night-of-Science-Tasse. Mit dieser konnte man sich die ganze Nacht kostenlos Kaffee holen. Mit jeder Stunde machte sich das mehr bezahlt.
Obwohl die Nacht sehr lang war, verging die Zeit unheimlich schnell. Zum Abschluss gab es sogar noch ein gemeinsames Frühstück vor Ort.
Schließlich fuhren wir gemeinsam wieder nachhause. Die Night of Science hat mir erneut gezeigt, wie spannend und vielseitig Wissenschaft sein kann. Sie bietet die Möglichkeit, in völlig unterschiedliche Themen einzutauchen, neue Interessen zu entdecken und einmal echte Universitätsluft zu schnuppern.
Ich würde jedem empfehlen, die Night of Science mindestens einmal selbst zu erleben. Egal, ob man sich bereits für Naturwissenschaften begeistert oder einfach neugierig auf neue Themen ist – dort findet wirklich jeder etwas, das ihn interessiert.
Vicky Schmitt